Live, Love, Laugh – Von Wünschen, Träumen und Erfahrungen

Hallo ihr Lieben,

ich bin jetzt seit fast drei Wochen in Mexiko und seit gestern genau zwei Wochen in Tuxtla. In dieser kurzen Zeit – die mir viel länger vorkommt – habe ich unendlich viel erlebt. Neben neuer Kultur, Sprache, neuem Zuhause und neuer Familie arbeite ich jetzt auch seit einer Woche in meinem Projekt – dazu ausführlich in einem der nächsten Beiträge, hier nur ein paar erste Eindrücke: Ich wurde sehr herzlich von den Schwestern aufgenommen und zu den 18 Mädchen bekomme ich von Tag zu Tag einen besseren Draht. Natürlich ist der Anfang schwer. Die Mädchen haben in ihrer Vergangenheit für uns nicht vorstellbare Geschichten, lebten in Armut oder wurden misshandelt. Hier im Casa bekommen sie Kleidung, Essen, aber auch den Schulbesuch ermöglicht, ihnen werden Werte, Vertrauen und Religion nähergebracht. Neben all diesen Dingen wird aber auch viel gearbeitet: Täglich wird das ganze Haus geputzt, die eigene Wäche mit der Hand gewaschen, die Vorratskammer ausgemistet und das Gemüse und Obst gewaschen oder der „Bazar“ (dort gibt es Sachen von Spielzeug über Taschen bis hin zur Kleidung, die verkauft wird) aufgeräumt.

Neben Mexiko City, Puebla und Tuxtla war ich inzwischen in Chiapa de Corzo, im Nationalpark und letztes Wochenende in San Christobal (mehr Fotos davon folgen).

San Christobal 054

 

Dank meiner wirklich lieben Familie wird Tuxtla von Tag zu Tag mehr mein Zuhause, da sie mich in allem unterstützt: Sei es, mit mir ein mexikanisches Konto zu eröffnen, mit mir Ausflüge zu unternehmen, mir mehr Spanisch beizubringen oder einfach nur zu sagen: Du kannst mit all‘ deinen Sorgen zu uns kommen, mit vollstem Vertrauen. Das beschleunigt das Einleben natürlich ungemein. Außerdem habe ich jetzt auch die anderen Freiwilligen hier in Tuxtla (zwei Deutsche und eine Italienerin) kennengelernt. Das ist natürlich ein großer Vorteil, da ich mir Tipps und Tricks abschauen kann und Fehler bei der Umwandlung meines Visums in eine mexikanische Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr umgehen kann. Außerdem weiß ich inzwischen, wie das hier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln so abgeht. Es gibt ausschließlich Busse („Colectivos“ – vergleichbar mit Vans), im Volksmunde „Combis“ genannt – in Tuxtla ingesamt über 100 Linien. Das ist aber nur die eine Sache…die andere ist, dass es hier keine Bushaltestellen gibt. Ihr könnt euch also vorstellen: Ich – das erste mal alleine Combi fahren – stehe irrsinnig nervös am Straßenrand – die 6 Pesos schon in der Hand – schaue gebannt auf die Straße und nehme jede Busnummer genaustens unter die Lupe – wenn der Bus kommt, wird hier der Arm ausgestreckt und gewunken – 1. Hürde geschafft – Bleibt: Die richtige Straßenstelle zu finden an der man aussteigen muss – Ich sitze also, eingequetscht zwischen anderen Menschen im Combi und stelle erleichtert fest, dass dieser Combi – nicht selbstverständlich für alle – über einen Stopknopf verfügt (andern Falls sagt man hier „En la parada, por favor – hab ich schon fleißig mit meiner Gastfamilie geübt) und finde sogar die richtige Straßenkreuzung an der ich aussteigen muss: Erleichterte – und stolze – Lou!

Eine weitere völlig neue Sache ist natürlich die Armut, die fällt aber eher so unterschwellig auf. Favelas habe ich noch keine richtigen gesehen, aber Tuxtla ist halt auch riesig. Was auffällt ist, dass an roten Ampeln und  Kreuzungen Menschen und auch viele Kinder rumlaufen, die Tortillas, Süßigkeiten, Spielzeug, Taschen, Armbänder und viele andere Sachen an die wartenden Autofahrer verkaufen möchten.

Von dem was ich bis jetzt so mitbekommen habe ist auch der Lebensunterhalt sehr günstig – im Vergleich zu Deutschland (!): So bezahlt man für eine Busfahrt 30ct, für handgemachte wunderschöne Dinge wie Kosmetiktäschchen, Schmuck oder Schals (ja –  ich habe mir einen Schal gekauft, in der tropischen Klimazone, aber ich konnte einfach nicht wiederstehen und in San Christobal war’s auch immerhin nicht ganz so heiß) zwischen 3 und 8 Euro, abends in einer Bar oder einem Café bezahlt man so 8 Euro, für ein Wochenende in San Christobal mit Übernachtung, Essen und feiern 40€.

Daneben war ich aber auch das erste Mal krank. Ich hatte ja nach den ersten zwei Wochen schon zu hoffen gewagt, dass mein Magen wohl eine Ausnahme bildet und alles verträgt aber – Pustekuchen! Just in the Moment ging’s los: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und ja, näher gehe ich da jetzt mal nicht drauf ein – da wünscht man sich dann schon das deutsche essen, gerade wenn man zum Frühstück die Reste des Mittags bekommt (ebenfalls typisch für Mexiko). Glücklicherweise hat meine Familie damit gerechnet, sodass es mir nicht ganz so peinlich sein musste und mit Schonkost war die Sache dann auch drei Tage später vergessen und ich kann die Kochkünste meiner Gastmutter wieder in vollen Zügen genießen – gestern gabs Milchreis (*-*!!) mit süßem Gebäck aus San Christobal UND Quesadillas zum Abendbrot.

Alles in allem kann ich also sagen, dass ich mich hier wohl fühle. Trotzdem vermisse ich zwischendurch immer wieder Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, gerade diese so zu vermissen, aber es sind einfach Dinge, die sonst zu meinen Sommerferien oder freien Abenden dazu gehört haben und natürlich auch gemeinsame Highlitghts mit Freunde oder Familie sind: die Wassershow, Familientage im Outletcentre und der Autostadt, Vapiano- und Alexabende, Geburtstage und Partys – DAS Wiedersehen aller Freunde – mein abendliches Müsli, und, und, und. Aber Dank Skype kann ich ja sogar mit meiner Katze in Kontakt bleiben ;-).

Bis bald,

tropische Grüße – gerade ist Regenzeit in Chiapas und wenn, dann gießt es aber so richtig – aus Tuxtla,

San Christobal 060

Eure Lou

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