Von Spontanität, „Riecht wie in Deutschland“ und meiner neuen großen Liebe

„Hast du Lust auf die Ranch von einem Cousin mitzukommen? Wir wurden zum Mittagessen eingeladen.“, fragte mich mein Gastvater am Sonntag beim Frühstück. „Wann?“ „Heute:-)!“

Hier in Mexiko lernt man defintiv eines: Spontan-sein. Mit Plänen, Listen und ein halbes Jahr vorher im Kalender eingetragen kommt man hier nicht weit.  Einerseits ist das wirklich mal eine willkommene Abwechslung, man lernt Gelassenheit, entspannter mit Situationen umzugehen – Zuspätkommen ist hier ja eh an der Tagesordnung – eine andere Lebenseinstellung, ein In-den-Tag-leben und schauen was er einem am Ende so schenkt.

Dennoch gar nicht so einfach, wenn To-Do-Listen und Kalender ein fester Alltagsbestandteil waren – alles durchgeplant, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von perfekt funktionierendem Zeitmanagment.

Frisch geduscht saß ich also am Frühstückstisch, über ein neues wirtschaftspolitisches Thema mit meinem Gastvater auf Spanisch diskutierend – diese morgendlichen (oder auch mal abendlichen), ja fast schon interlektuellen Unterhaltungen, die mich so manchmal an die Grenzen nicht nur meines spanischen sondern auch deutschen Vokabulars führen, sind inzwischen ebenfalls fester, lehrreicher und interessanter Bestandteil meines Alltags – und wir beschlossen also, heute mal spontan auf der rancho eines Cousins Mittag zu essen, damit ich wieder etwas Neues kennenlerne. Ein paar Stunden später, Jogginghose gegen Jeans eingetauscht, Haare geföhnt, Tasche gepackt, nochmal schnell mit einer Freundin ein paar Sprachnachrichten (am Anfang doch eher etwas gewöhnungsbedürftig seinem Handy Romane zu erzählen, doch gerade in solchen Situationen bin ich immer wieder froh, was die Technik doch heute inzwischen alles kann) per WhatsApp über den atlantischen Ozean gejagt, ein bisschen Wimperntusche, ein bisschen Puder – startklar für eine neue Seite Mexikos:

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Eine der ersten Dinge die mir auffiel, als ich aus dem Auto stieg, war: „Riecht wie in Deutschland!“ (Oder riecht Deutschland wie Mexiko?) Natürlich nicht wie überall‘, aber doch fühlte ich mich in Kindheitstage auf den Kleinbauernhof einer befreundeten Familie zurückversetzt und in mein kleines, beschauliches, ländliches Dörfchen.

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So Landluft ist doch was schönes, wenn man hauptsächlich in der Stadt war und ich hab mich einfach rundum wohl gefühlt, zuhause. Aber eigentlich wollte ich gar nicht so sehr die Buchstaben sondern vielmehr die Bilder sprechen lassen, um euch meine Mexikanische Landflairerfahrung näher zu bringen:

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Doch – ich muss schon sagen, ein ganz schön malerischer Ort, wenn man das Dorfleben (in der Kindheit) kennen und lieben gelernt hat.

Doch nicht nur an die Natur habe ich mein Herz verloren, sondern noch viel mehr an das wohl süßeste Geschöpf der rancho, das ich am liebsten eingepackt und mitgenommen hätte und gleich mal Flauschi getauft habe. Darf ich also vorstellen? Meine neue große Liebe, von der ich mich nur ungern getrennt habe:

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Irgendwie sind mir jetzt die Abschlussworte ausgegangen, deshalb ende ich hier jetzt mal mit

Flauschigen Grüßen,

Eure Lou

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Ein Gedanke zu „Von Spontanität, „Riecht wie in Deutschland“ und meiner neuen großen Liebe“

  1. Liebe Louisa, dein Text ist dir wie immer super gelungen. Du schreibst wirklich ganz großartig. Da könnte man am Ende bestimmt ein Buch draus machen. Weil das alles so überaus besonders ist, habe ich gedacht Du könntest nochmal Kontakt mit dem Reporter der WF- Zeitung aufnehmen und ihn bitten, die Blogeinträge zu lesen. Vielleicht schreibt der dann nochmal was über deine Erfahrungen und dein Projekt in Mexiko. Vielleicht solltest du noch mal über Journalismus für die Zukunft nachdenken. In der Zeitschrift Brigitte werden immer wieder Reportagen über fremde Länder und Projekte dort geschrieben. Wenn Zeit hast, nimm doch mit der Redaktion auch mal Kontakt auf und schick den Blog mit. Wer weiß, vielleicht haben die Interesse. Es macht wirklich Riesenspaß deinen Blog zu verfolgen. Schick ihn auch mal an Kathrin Wonschick von Graff. Chocolate, Fips und Co und natürlich wir schicken flauschige Grüße zurück Mama

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