Teil von Etwas sein

Jeder von uns ist Teil von Etwas. Sei es die Familie, der Freundeskreis oder ein Team.

Ich bin seit einigen Monaten nun Teil eines Austauschprogrammes, erkunde ein neues Stückchen Welt. Aber inzwischen bin ich nicht einfach nur in Mexiko, Mexiko ist auch ein Teil von mir geworden. Ich gehöre dazu.

Feria 20.01.
Chiapaneca

Seit ein paar Tagen ist in meiner Nachbarstadt Chiapa de Corzo die Feria. Ein Straßenfestival, bei dem sich die ganze Stadt mit den traditionellen Trachten von Chiapas – die laut meiner Gastschwester zu den schönsten des ganzen Landes gehören – in Chiapanecas und Parachicos verwandelt. Auf der Straße zieht man von Ort zu Ort, an denen sich Altare befinden, um Heilige zu ehren.

Parachicos
Parachicos

20.01.15 073

20.01.15 093

Feria 20.01.
Feria 20.01. mit Siijuve

Es wird getanzt, gerasselt und vor allem viel gelacht. Ein einziges Farbenspiel – und ich? Mittendrin.

Feria 20.01.
Tanz auf den Straßen

Wir haben uns einfach mitten ins Getummel gestürzt und uns von der tanzenden Menge vorwärtstreiben lassen. „México en vivo“ habe ich mir nur gedacht – einfach die ganze Atmosphäre. Und da war es dann plötzlich da, das Gefühl dazuzugehören, wirklich in Mexiko zu sein. Das hier ist mein Zuhause und darauf bin ich stolz.

Feria 20.01.

Vor zwei Wochen war das noch anders. Ich lag mit Mandelentzündung im Bett, war das erste mal so richtig krank: Etliche Arztbesuche und Antibiotika, Bettruhe. Heimweh hatte ich durch die liebe rund-um-die-Uhr-Versorgung meiner Gastmum zwar nicht wirklich, meine Gedanken hingen eher am bevorstehenden Abschied von meinen Mitfreiwilligen. Und da habe ich dann begriffen, dass es viel schwerer ist, zurückgelassen zu werden, als zurückzulassen. Man fühlt sich auf einmal so festgehalten, will ausbrechen, aber dabei tobt die eigentliche Furie nur im Kopf. Das war schwer für mich, haben sie mir das Einleben doch wirklich um einiges leichter gemacht, nicht zu guter letzt weil Freundschaft entstanden ist: Gemeinsam lachen, reisen, tanzen und reden. Ich habe mich nie alleine fühlen müssen.

Aber inzwischen bin ich einfach hier  – und freue mich darüber. Freue mich darüber noch so viele neue Facetten von Mexiko kennenzulernen und da kommen sie mir viel zu kurz vor, die kommenden 6 Monate, die mir noch bleiben. Auf die neuen Freiwilligen, die kommen. Auf März, wenn mich meine Familie besucht und so vieles mehr. Ich dachte zwar immer, ich hätte den „Ich bin da“ – Moment schon lange erreicht und hinter mir gelassen; habe ich wahrscheinlich auch. Aber eben nicht zu 100 %.

Durch meine Adern fließt zwar kein mexikanisches Blut, aber nach einer Salsanacht und einem Abend als „richtige“ Chiapaneca weiß ich es: Ich fühle Mexiko. Ich lebe es.

Chiapanecas&Parachicos
Chiapanecas&Parachicos

Ich bin ein Teil davon.

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Ein Kommentar zu “Teil von Etwas sein”

  1. Liebe Louisa,

    Das ist wieder ein so farbenfroher nahegehender Bericht. Danke Dir dass Du uns auf dem Laufenden haelst. Du machst echt Lust auf Mexiko :-)
    sei gegruesst von Mirabelle Viviana und Familie

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