Vom Tanzen und Träumen

Jede Musik hat ihren Rhythmus. Jeder Rhythmus seinen Tanz. Schließen wir die Augen und lassen uns auf Musik ein, durchdringt sie unseren Körper, bis sie einen Ursprung findet: die Seele.

Dance is the hidden language of the soul. (Martha Graham)

Wenn wir tanzen, träumen wir mit unserem Körper. Träumen uns in eine andere Welt, blenden die Umgebung um uns herum für einen Moment aus und sind ganz wir selbst – oder auch mal jemand anderes. Töne werden in Bewegung umgesetzt: ein Zusammenspiel zwsichen Körper und Musik. Wir fühlen. Unseren Körper, die Musik, Lebendigkeit. Es wachsen Flügel und wir schweben – Leichtigkeit. Freiheit.

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Manchmal reichen Worte nicht aus, um etwas zu beschreiben oder auszudrücken. Es ist zu groß, zu komplex. Dann suchen wir eine andere Ebene der Kommunikation: die Musik, den Tanz, die Kunst.

Der Tanzsaal ist für mich ein Rückzugsort. Ein Ort, an dem ich den Alltag vor der Tür lasse, abschalten kann und etwas nur für mich tue. Eine Leidenschaft. Etwas das ich auch hier in Tuxtla seit ein paar Wochen wieder fühlen kann. Und zwar auf die intensive Art, denn in Mexiko – oder aber auf jeden Fall in Tuxtla – entscheidet man sich für ein Hobby, das man mehr oder weniger täglich ausübt. In der Ballettschule, in der ich seit Januar bin, gibt es keine Klassen, viel mehr eine Kompanie: Klein und Groß trainieren zusammen. Talent, Ehrgeiz und Fortschritte geballt in einem bespiegelten Saal. Ich merke, wie ich wachse, spüre jeden einzelnen Muskel, fühle meinen Körper. Ich bin da. Das merke ich auch bei meinen Mädchen: Aus schüchternen Mauerblümchen sind selbst kleine Tanzlehrerinnen geworden, die ihre compañeras kritisch beurteilen. Da ist auf einmal Körpergefühl und Haltung, Leidenschaft. Und bei mir ein bisschen Stolz, dass ich das Saatgut sähen konnte, das jetzt von Tag zu Tag gedeiht.

Aber natürlich bezieht sich das nicht nur auf das Ballett, sondern auf jede Art von Tanz. Von einfach nur Nächte durchtanzen über Hip Hop und Slowfox bis hin zu Jazz. Was hier in Mexiko mein Herz erobert hat, ist Salsa. Augen zu und tanzen. Wenn die Bewegungen dann fließender werden, man den Rhytmus und das Körpergefühl gefunden hat, es plötzlich klappt und da diese Glückshormone sind.

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To dance is to be out of yourself. Larger, more powerful, more beautiful.

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3 Kommentare zu “Vom Tanzen und Träumen”

  1. Liebe Louisa,
    es ist solch eine Freude, jeden Deiner Beitraege zu lesen. Wie Du das Tanzen beschreibst, und Deine Erfahrungen damit – faszinierend beruehrend. danke Dir, dass Du Deine Schaetze so mit uns teilst.

    Liebe Gruesse gerade aus Potsdam !
    Mirabelle Viviana

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