Mexico for Beginners #2

Wenn ich jetzt auf diese Reise zurückblicke, eine Reise mit meiner Familie, eine Reise durch so viele wunderschöne bunte Orte, in die Natur und ans Meer, eine Reise auch ein kleines bisschen in die Heimat, dann habe ich so viele Bilder im Kopf, aber keine Worte. Vielleicht fällt es mir auch schwer, weil es jetzt schon wieder einen Monat her ist. Oder aber, weil ich es mit Worten einfach nicht beschreiben kann. Ich war so glücklich. Glücklich meinen Lieblingen diesen Teil der Welt zeigen zu können, überwältigt von all‘ den Farben und den wunderschönen Werken, die die Natur geschaffen hat.

Palenque
Palenque

Aber nicht nur ich. Auch meine Familie. Auf einmal waren da nicht nur meine Worte und Fotos, auf einmal waren sie mitten drin. Haben ihre Leidenschaft für Quesadillas und die mexikanische Küche entdeckt, meine Familie samt Chihuahuas ins Herz geschlossen und meine Mädchen kennen gelernt, die sie sofort umzingelt und mit Fragen gelöchert haben. Fehlende Spanischkenntnisse? Sie fanden es zwar schade, sich nicht unterhalten zu können, aber für meine Mädchen war das kein Problem. Im Gegenteil, es war super spannend. Dann bringen wir ihnen eben Vokablen bei, haben sie sich gedacht. Meine Schwester und ich haben mit ihnen gesungen, es wurden Haare geflochten und getanzt.

Den Tuxtlaplan, den ich mir vorher sorgfältig überlegt hatte, konnten wir durch das krankheitsbedingte Schwächeln meiner Familie zwar nicht ganz so umsetzten, aber wenigstens meinem Papa habe ich das Treiben in der Stadt ein wenig näher bringen können: schaukelnde Combis, viel Sonne, überall Musik und Straßenverkäufer, bunte Häuser. Den Canyon haben dann sogar alle gesehen – und zwar von unten im Boot mit Krokodilen, Affen und Vögeln und von oben.

Nach den doch sehr heißen Tagen in meiner zweiten Heimatstadt haben sie sich dann doch auf das kühlere Klima in San Cristóbal gefreut, auch wenn sie sich nur schweren Herzens von meiner Gastfamilie trennen konnten. Nachdem sie dann mit Tuxtla eine mexikanische Stadt kennen gelernt haben, die eher ein Domizil als ein Touristenmagnet ist, aber eben mexikanisches Leben pur, kam dann in San Cristóbal so langsam das Urlaubsgefühl. Und ich bin einfach gerne dort, es ist einfach ganz anders als Tuxtla und inzwischen mein zweites Zuhause in Chiapas. Wir sind also durch die bunten Fußgängerzonen bei Tag und Nacht geschlendert und haben uns von der Atmosphähre in den Bann ziehen lassen: haben frischgepressten Orangensaft und den besten Kaffee der Welt getrunken und Artesanias auf dem Markt bewundert….nicht nur bewundert sondern auch gekauft.

MErcado Santo Domingo
Mercado Santo Domingo

Auf dem Weg in den Regenwald nach Palenque haben sie dann das Hauptreisemittel kennengelernt: den Bus. Und zwar gleich auf die harte Tour – mit vielen schönen Kurven…die der Ausblick aber wieder wett gemacht hat. Auch wenn indigene Kinder, die bettelnd neben dem Bus herrennen, einem die Armut hier in Chiapas noch einmal ganz nahe bringen und einem doch ans Herz geht.

Von allen archäologischen Stätten die ich bis jetzt besucht habe, war Palenque die Schönste. Man spaziert nicht einfach nur durch die Tempelanlage, sondern auch mitten durch den tropischen Regenwald, in den die Steinanlagen perfekt eingegliedert sind und man sich fast wie auf einer Zeitreise fühlt.

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Palenque
Palenque

Nach unserer vier-Stunden-Erkundung der Tempelanlage waren wir bei zwei Wasserfällen: Misol Ha und Agua Azul, der durch seine besondere blaue Farbe besticht.

Misol Ha
Misol Ha

Agua Azul

Agua Azul
Agua Azul

Nach einer weiteren Busfahrt verfuhren wir uns dann erst einmal in Campeche mit dem Taxi auf dem Weg zur Autovermietung am Flughafen, um dem Mietwagen abzuholen. Am Ende kamen wir zwar dort an wo wir wollten, bezahlten dafür aber das Doppelte. Egal. Hauptsache da. Campeche ist eine Stadt, in der jedes Haus in einem anderen Pastelton gestrichen ist, einem der Golf von Mexiko um die Nase weht, man sich die nächtlich beleuchteten Häuser auf der Fahrt mit einem alten Waggon zeigen lassen kann und in der es meiner Meinung nach die beste mexikanische Fajita der Welt gibt.

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Weiter nach Uxmal. Schon auf dem Weg zum Hotel mussten wir regelmäßig vor straßenüberquerenden Leguanen anhalten. Aber wenn man dann erst einmal bei Tageslicht, wenn die Sonne schon richtig hoch am Himmel steht, durch die Tempelanlage läuft, vorbei an Mayakunstwerk in Stein gemeißelt, sieht man Leguane soweit das Auge reicht: Sie sonnen sich auf dem Rasen, auf Steinen oder königlich und gut getarnt auf den Tempeln.

Uxmal

Uxmal

Uxmal
…ganz klein

Inzwischen habe ich schon viele archäologische Stätten gesehen – aber noch keine bei Nacht. Man betritt das Gelände und in den Nachthimmel, der von Sternen übersäht ist, ragt prachtvoll die höchste Pyramide. Wir setzen uns. Musik erklingt und die Steintempel werden unter dem Firmament in verschiedene Farbnuancen getaucht: grün, blau, rot und lila, orange und gelb.  Betrachtet man die kunstvoll gestalteten, in den Himmel wachsenden Fassaden, ist das schon eindrucksvoll. Ist aber alles drum herum in tiefer Dunkelheit verhüllt, bis auf die in bunte Lichter getauchten Tempel, zu denen eine tiefe Stimme die Legenden eines Regengottes der Maya erzählt, dann ist das eindrucksvoll auf die intensive Art.

Uxmal

Direkt nebenan befindet sich die Hacienda Uxmal  – ein Paradis mit Pool und Palmen; und einer architektonischen Atmosphäre, die einen fast glauben lässt, ein bisschen in die Vergangenheit verreist zu sein, mit den alten Mayatempeln in der Nachbarschaft. Seerosenteich und Säulen. Lesen unter Palmen, die in den strahlend blauen Himmel ragen. Verwöhnung muss auch mal sein.

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Von Uxmal ging es nach Izamal, wo alle Häuser gelb sind. Zumindest im historischen Zentrum, das man mit einer Kutschfahrt erkunden kann.

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Raus aus der Stadt, rein in die Natur. Rio Largatos ist bekannt für Flamingos und Pelikane, die man in natura sehen kann. Zwar waren es keine tausende sondern eher überschaubare zwanzig, aber trotzdem schön: Vögel deren pinkes Gefieder sich von den schwarzen Federn abhebt, die mit ihren ellenlangen Beinen durch das kniehohe Meer starksen, ab und zu den Kopf mal unter Wasser verschwinden lassen. Keine Frage – Flamingos sind eindeutig elegante Tiere.

Rio Largatos

In einer Salzlagune, die einen Salzgehalt mehr als das Doppelte des Toten Meeres misst, haben wir uns einfach treiben lassen.

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Und uns danach im „Mayabad“ unter viel Lachen eingepeelt. Hundert Prozent Natur.

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Abends saßen wir dann in San Felipe auf unseren Dachterassen mit Blick auf den Golf von Mexiko und haben in den Sonnenuntergang fliegende Pelikane und die sich verändernden Farben des Wassers durch die immer tiefer sinkende Sonne betrachtet.

Nach dem Ausflug an die Küste, führte unsere Reise uns zurück ins Herz Yucantans: Zwischenstopp an zwei Cenotes…

Cenote
Cenote X’keken

…und noch einmal ein bisschen in der Zeit zurück zu der wohl bekanntesten Pyramide Mexikos: Chichen Itza.

Chichen Itza

Im Grunde sind es ja alles nur aufeinander geschichtete Steine – immer wieder. Aber doch immer wieder anders. Und wenn man schon einmal da ist, sollte man Chichen Itza auf jeden Fall gesehen haben. Man kann diese Tempel zwar nicht besteigen, dafür sind sie aber sehr gut erhalten und da diese Pyramide in der gesamten Anlage auf einer freien Fläche liegt, wirkt sie natürlich sehr prachtvoll. Wie bei anderen Ruinen auch ist es immer ratsam schon früh am morgen an Ort und Stelle zu sein. Erstens wegen der Sonne und zweitens, weil ab elf Uhr die Tourigruppen mit ihren pinken Regenschirmen eintrudeln und es wirklich voll wird. Auch in Chichen Itza hatten wir wieder eine wunderschöne Hacienda, auf der man mal ein wenig Luxus schnuppern konnte. Eine Traumhafte tropische Gartenanlage, kleine Cottages und sündhaft leckeres Essen.

Chichen Itza

Nach diesen zwei Abstecher-Tagen in den 5-Sterne Urlaub sind wir dann durch Valladolid,…

Valladolid

eine Stadt, die für Lederwaren bekannt ist, nach Playa del Carmen, dem Ziel unserer Reise, gefahren.

Im Dezember war ich ja schon einmal dort, aber ich muss ehrlich sagen, dass es im April tausend mal schöner ist. Ich weiß nicht, wie oft ich das karibisch blaue Meer fotografiert habe, bestimmt jeden Tag mehrmals, aber ich hatte immer das Gefühl, dass es noch blauer ist. Ein Ausflug ins Stadtzentrum, ein Ausflug nach Tulum.

Tulum

Die 5 Tage an der Karibikküste waren sicher ein krönender Abschluss: Den Pool direkt vor der Tür unserer kleinen Häuschen, ein paar Schritte weiter das Meer. Essen, das das Herz begehrt, mit Blick auf den Strand. Einfach mal runterfahren, lesen, Cocktails trinken, ein bisschen shoppen, Sonne auf der Haut und Wind in den Haaren. Und all‘ das zusammen mit meiner Familie.

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Ein Gedanke zu „Mexico for Beginners #2“

  1. osh, es ist ja fast unwirklich. was ihr da gemeinsam erleben konntet. Wow. Danke danke und nochmal danke dass DU uns immer weiter so einbeziehst hier im kalten Schottland. Deine Bilder und Berichte bringen echt die Sonne und waerme ein bisschen rueber zu uns :-)
    Sei bedacht
    Mirabelle VIviana

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