Typisch Mexikanisch

13. Juni 2015. Heute bin ich genau 10 Monate in Mexiko und deshalb gibt es jetzt 10 Fakten, die bisher eher ein bisschen zu kurz gekommen sind.

#1 Buenos Días. Egal wo, egal wann und egal zu wem. Aber man begrüßt sein Gegenüber immer. Mit Hola oder der Tageszeit entsprechend mit Buenos días, buenas tardes oder Buenas noches.

#2 Gracias. Das wohl wichtigste Wort, das man bei jeder Gelgenheit gebraucht, es dadurch aber keinen Falls an Wert verliert. Geantwortet wird dann mit De nada.

#3 Taschenhalter. Davon war meine Mama ja ganz begeistert, denn sofort wenn man sich in einem Restaurant setzt, bringt einer der Kellner einen kleinen Gardrobenständer, an den man seine Tasche hängen kann.

#4 Mexikanische Mahlzeit: Gefrühstückt wird dann, wenn man aufsteht und zwar meistens herzhaft. Wenn noch Pizza von gestern im Kühlschrank ist, dann auch mal Pizza. Das typische mexikanische Frühstück besteht aus Rührei und Frijoles (braune Bohnen) mit Tortillas  und Salsa. 21.05.15 036

Ansonsten gibt es Quesadillas (zusammengeklappte, erwärmte Weizentortilla mit Käse), Sandwiches, Früchte, frittierte Kochbanane oder Hotcakes. Was meine Gastmum außerdem manchmal zaubert ist Avena. Das sind gekochte Haferflocken mit Amarant, Zucker und Müsli. Je nach Belieben kann man dann auch noch Banane hinzufügen. Dann gibt es auch noch Agua de Avena. Das ist eigentlich das Gleiche nur kalt, gemixt und mein alltäglicher …naja… eine Smoothie ist es eigentlich nicht. Das mit dem Agua  ist hier außerdem so eine Sache. Bestellt man „Wasser“ im Restaurant, bekommt man nicht immer Wasser, denn hier gibt es je nach Saison immer Wasser gemischt mit dem Saft einer frischen Frucht – ich finds super. Eigentlich trinke ich im Casa jeden Tag ein anderes Agua. Zwischendurch gibt es die Merienda. Bei uns im Casa Hogar ist das meistens um 11:30. Um drei Uhr gibt es Mittagessen und gegen 9 Uhr Abendbrot. Typische Gerichte sind natürlich Tacos (die man aber eigentlich eher auf der Straße oder in einem Tacolokal isst und unbedingt gegessen haben muss; das ist einfach Mexiko – und ich liebe es) oder Tacos fritos – das gleiche nur frittiert, Empanadas (frittierte „Teigtaschen“ gefüllt mit Queso, Fleisch, Gemüse,…), Tamales (in Maisblättern gekochte Maismasse mit Fleisch oder anderen Dingen, es gibt bestimmt mindestens fünfzig verschiedene Tamales, jeder Bundesstaat hat ein anderes Geheimrezept), Carne asada (gegrilltes Fleisch), Mole (der Geschmack ist jetzt irgendwie schwer zu beschreiben….das ist eine braune Soße mit Hühnchen und Reis – ein bisschen speziell aber sehr lecker), Cochito (Schweinefleisch in brauner Soße mit Reis) und es gibt noch sooo viel mehr, aber dazu kenne ich leider keine Namen. Tortillas gibt es im Grunde zu jedem Gericht. Abends essen Mexikaner nicht mehr viel. Meistens Kaffee und pan  (süßes Gebäck), Quesadillas oder Früchte. Mein absoluter Favorit ist Mango – das finden übrigens auch unsere Hunde Pina und Soda, die bei jeder Mango sofort an Ort und Stelle sind. Ich glaube, seit ich jeden Abend Mango esse – was Soda ganz genau weiß – bin ich ihre beste Freundin. Leider ist es eine Temporalfrucht. Ich habe schon überlegt, ob ich nicht meine Schuhe hier lasse und meinen Koffer stattdessen mit Mangos aller Art fülle.

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#5 süß. Im Grunde genommen kann es nicht zu süß sein. In den Pudding von Dr. Oetker, den ich aus Deutschland mitgebracht habe, hat sich mein Gastvater eine Extraportion Zucker gemischt. Ich bin ja auch ein Zuckerfan, aber die Zuckaritas genannten Frosticornflakes hier sind mir dann doch zu süß. Unsere Chihuahuas allerdings lieben sie.

#6 Ich wusste ehrlich nicht, dass es so viele Früchte gibt. Meine Gasteltern kaufen auf dem Markt immer die der Saison entsprechenden, damit ich auch alle kennen lerne. Allerdings habe ich ein paar Minuten später die exotischen Namen (Mamey, Guanabana, Guayaba, Tuna) schon wieder vergessen.

#7 Michelada. Bier gemischt mit einer Tomatensoße, Chili und Salz. Nicht so mein Fall.

#8 Hier fehlen eindeutig Mülleimer. Deshalb werden Plastikflaschen durch das fehlende Pfandsystem und was noch so mit auf Reisen geht einfach an den Straßenrand oder in die Natur geworfen. Nicht so ein schöner Anblick.

#9 Güera. Heißt übersetzt so viel wie „Weiße“ oder „Blonde“ – mein Spitzname hier. Daran musste ich mich am Anfang gewöhnen, aber meine Gastschwester nennt mich liebevoll so, deshalb ist es okay. Auf der Straße finde ich es allerdings nervig.

#10 Ahorita. Mein Lieblingswort kommt zum Schluss. Ahora heißt wörtlich übersetzt „jetzt“. Hier wird aber fast an jedes Wort je nach Geschlecht –ito oder -ita angehängt und ein Deminutiv draus gemacht: So wird dann aus camioneta camionetita, zu deutsch: Pick Up, Kleinlieferwägelchen. Umgangssprachlich heißt ahorita aber alles andere als „jetzt“. Von fünf Minuten bis morgen ist alles dabei, manchmal passiert es dann auch nie. Also ganz entspannt und schrecklich schön unverbindlich.

 

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