Archiv der Kategorie: Leben

Momentsammlerin

Ein ziemlich persönlicher Post, den ich ein paar ganz besonderen Personen widme: Meinen besten Freundinnen.

Ich hake mich bei meiner besten Freundin unter, die mir eben noch geholfen hat, in der engsten Parklücke, in der ich je geparkt habe, einzuparken. Wir gehen in Richtung Haustür, klingeln und warten auf das Summen, das die Entriegelung der Tür andeutet. Ein paar Treppenstufen später werden wir an der Tür schon von einer Freundin empfangen, schlüpfen herein und sehen die anderen, die darauf warten, den letzten Schultag, der hinter uns liegt,mit uns zu zelebrieren.

Ich sitze im Auto und fahre im Licht der Dämmerung, die den Himmel orange färbt. Aus dem Radio dringt ein neuer Song und ich bin einfach nur glücklich. Mit allem. Momentsammlerin weiterlesen

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Stadt in den Wolken

Die letzten Wochen im April und der Mai waren anstrengend. Viel unterwegs und viel erlebt. Immer weiter gerade aus gelaufen – ohne anzuhalten. Wenig gefeiert, viel getanzt.  Schon wieder ein Monat um. Ein Monat, den ich eigentlich zur Hälfte in der Ballettschule oder im Theater verbracht habe. Jeden Tag wieder, da blieb gar keine Zeit um mal Luft zu holen oder eine Pause einzulegen. Also immer weiter, immer schneller. Und nach all‘ den Proben stand ich dann zum ersten Mal wieder auf der Bühne – in Mexiko. Habe gezittert und mein Herz im ganzen Körper gespührt. Bei jeder Bewegung, bei jedem Schritt. Bei jedem Atemzug. Eigentlich dachte ich, dass man so etwas nicht verlernt: Bühnenlicht, Menschen, Applaus. Aber ich hätte mir wohl nie erträumt, einmal in Mexiko in einem himmelblauen Traum aus Tüll auf der Bühne zu stehen. Stadt in den Wolken weiterlesen

I Dreamed

Mexico City. Eine riesen Stadt, die ständig in Bewegung ist. Schon beim Anflug kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Man sieht einfach nur… Stadt. Und Hochhäuser. Das habe ich vermisst. Davon habe ich manchmal sogar ein kleines bisschen geträumt. Vorfreude. Aber nicht nur auf das Großstadtleben sondern auch auf Jolanda, eine Freundin aus Braunschweig. Ich weiß noch, wie wir im  Juli ganz aufgeregt festgestellt haben, dass es uns beide nach Mexiko verschlagen wird. So klein ist die Welt. Und dabei haben wir uns eigentlich erst so wirklich bei diesem Gespräch damals kennengelernt. I Dreamed weiterlesen

Salzwasser

Mit einem traurigen Beigeschmack denke ich daran, dass meine Familie übermorgen schon wieder nach Deutschland zurückfliegt. Sätze wie „Am Flughafen muss ich bestimmt weinen“ oder „Zwei oder drei Tage wären schon noch schön“ habe ich in den letzten Tagen bestimmt oft gesagt, noch öfter gedacht. Es liegt nicht daran, dass ich unbedingt noch mehr Urlaub brauche – im Gegenteil. Urlaub auf diesem Niveau habe ich in den letzten Monaten nicht gemacht und musste mich endlich mal um nichts kümmern. Bei den letzten Reisen stand doch eher im Vordergrund möglichst viel zu sehen und dabei möglichst wenig Geld auszugeben. In diesen Tagen am karibischen Strand, nachdem wir so viel gesehen und erlebt haben, konnte ich endlich mal zur Ruhe kommen, das Sytsem neu starten: Sonne auf der Haut, Salzwasser in den Haaren und Sand unter den Füßen. Wohltuend. Salzwasser weiterlesen

Marmeladenglasmomente

Collect moments, not things.

In 7 Monaten hat sich das Glas schon beträchtlich gefüllt. Natürlich sind inzwischen auch unendlich viele Fotos entstanden, der ein oder andere Gegenstand aus mexikanischem Handwerk ist in meinen Besitz gewandert, meine Schuhsammlung gewachsen, Bücher, Filme, CD’s. Das alles sind Dinge, die mich immer an mein Jahr hier erinnern werden und natürlich ist es schön, sie anfassen zu können, über die bunten Stoffe zu streichen, zu präsentieren, zu fühlen. Aber die waren Schätze sind die unzähligen Momente. Das, was man nicht festhalten, nicht anfassen kann. Gefühle, Gerüche, Geschmäcker. Glück und Überwältigung. Freiheit. Marmeladenglasmomente weiterlesen

Mexico For Beginners

Eigentlich schreibe ich gerade einen Text über „Marmeladenglasmomente“, in dem ich dann auch über den Besuch meiner Familie berichten wollte – eine wahre Wiedervereinigung. Jetzt habe ich wirklich eine Großfamilie. Aber weil mein Papa – ohne meines Wissens;-) – schon rumerzählt hat, ich würde mal ein Zwischenupdate posten und ich diejenigen, die darauf warten, nicht warten lassen möchte, bekommt Ihr jetzt einfach mal ein paar Eindrückein Farbe. Natürlich kommen dann später noch ein paar ausfürhlichere Zeilen, die jetzt nicht einfach nur schnell getippt wurden, aber hier geht es ja auch um die Fotos. Es ist auf jeden Fall wunderschön, meiner Familie mein zweites Zuhause zeigen zu können, aber vor allem das Gefühl, eine Großfamilie zu haben. Nach den ersten Tagen in Tuxtla – leider sind alle mehr oder weniger krank und Jetlaggeplagt angekommen – geht es jetzt weiter nach San Cristobal, durch Chiapas, bis hoch an die Karibikküste. Deshalb verabschiede ich mich an dieser Stelle auch erstmal für zwei Wochen in den Urlaub, bevor ihr dann die „schöne“ Version zu lesen bekommt. Die Liebsten Grüße nach Deutschland, diesmal nicht nur von mir:)

 

Wiedervereinigung
Wiedervereinigung
Tacos Casa Blanca mit der Großfamilie
Tacos Casa Blanca mit der Großfamilie

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Carnaval en Coita

15.02.15 037

Die Sonne scheint und im ganzen Stadtzentrum breitet sich der Duft nach Puder und Mehl aus. Je näher man der Masse kommt, desto öfter kommen einen Menschen mit gigantischen Blumenhüten, Masken, Glocken an den Hosen und Verkleidungen in allen Farben entgegen, die Besucher haben zunehmend einen weißen Puderfilm auf den Haaren. Carnaval en Coita weiterlesen

6 Monate, 184 Tage , 4.416 Stunden, 264.960 Minuten, 15.897.600 Sekunden

Alle diese Einheiten beschreiben die Zeit, die ich jetzt schon in Mexiko lebe. Und sie bedeuten noch etwas: Halbzeit. Aber ist mein Glas jetzt schon halb leer oder noch halb voll? Schon halb leer fühlt mein Herz manchmal, wenn mich das Vermissen dann mal wieder übermannt und mir sagt ,Die Hälfte hast du schon geschafft.‘. ,Noch halb voll‘ denke ich aber ganz klar – mit Blick auf all‘ die Erlebnisse, die mich noch erwarten, die Orte, die ich noch kennen lernen möchte. In diesen ersten sechs Monaten habe ich Mexiko kennen- und lieben gelernt und bis auf etwas Heimweh und diesen und jenen krankheitsbedingten Tag im Bett, kann ich nur schwärmen. Natürlich: Aller Anfang ist schwer. Aber so ist das eben. Abschied ist der beste Freund von Fernweh. Die beiden gibt es nur im Doppelpack. Und Abschied heißt ja immer auch, dass etwas neues kommt. Vermissen, dass man ein Zuhause und Menschen hat, die man liebt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. 6 Monate, 184 Tage , 4.416 Stunden, 264.960 Minuten, 15.897.600 Sekunden weiterlesen

31 Stunden Geburtstag und ein Herz voll Glück

Der 29. Januar. Mit etwas Glück liegt draußen Schnee. Ich höre, wie sich meine Familie leise im Haus bewegt, bis jemand meine Tür öffnet. Die Geräusche werden lauter und ein „Happy Birthday“ oder „Viel Glück und viel Segen“ reißen mich entgültig aus den Träumen. Mein Geruchsinn nimmt den Duft von Rosen war und ich blicke in die fröhlichen Gesichter meiner Familie.

So lief 18 Jahre lang mein Gebutstagsmorgen ab, im Kreise meiner Liebsten. Alle Jahre wieder – außer diesem. 31 Stunden Geburtstag und ein Herz voll Glück weiterlesen